Das „Recht auf Rückkehr“ (Right of Return) ist die Forderung, dass palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen, die während des israelischen Unabhängigkeitskriegs 1948 (Nakba) vertrieben wurden oder flohen, in ihre ursprünglichen Heimatorte – viele davon heute in Israel – zurückkehren dürfen. Ursprünglich etwa 700.000 Palästinenser betroffen, leben heute schätzungsweise über 5 Millionen ihrer Nachkommen in Jordanien, Libanon, Syrien, dem Westjordanland und Gaza. Die Forderung beruft sich auf die UN-Resolution 194 von 1948, die eine Rückkehr oder Entschädigung empfiehlt, jedoch völkerrechtlich nicht bindend ist, aber starken symbolischen und politischen Stellenwert hat.Israel lehnt ein uneingeschränktes Rückkehrrecht entschieden ab, da eine massenhafte Rückkehr von Millionen Palästinensern die demografische Zusammensetzung des jüdischen Staates grundlegend verändern würde. Mit einer aktuellen Bevölkerung von etwa 9,3 Millionen (davon rund 74 % Juden und 21 % Araber) würde eine solche Rückkehr die jüdische Mehrheit gefährden, was als Bedrohung für den Charakter Israels als jüdischer Staat gesehen wird. Stattdessen schlägt Israel Lösungen wie finanzielle Entschädigungen oder die Ansiedlung von Flüchtlingen in einem zukünftigen palästinensischen Staat vor.Die Forderung nach einem Rückkehrrecht ist eines der zentralen Hindernisse für den Frieden im Nahostkonflikt. Palästinenser sehen die Rückkehr als unverzichtbares Recht und historische Gerechtigkeit, während sie gleichzeitig einen eigenen Staat anstreben. Israel argumentiert, dass die Rückkehr Millionen Araber nach Israel die demografische Balance kippen würde und die Existenz eines jüdischen Staates faktisch unmöglich machen könnte. Diese unvereinbaren Positionen – ein palästinensischer Staat neben einem massenhaften Rückkehrrecht versus Israels Fokus auf die Bewahrung seiner jüdischen Identität – führen zu einer Pattsituation, die Verhandlungen erschwert und den Konflikt aufrechterhält.