ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann ist zur wohl umstrittensten Journalistin Deutschlands geworden. Auf der einen Seite stehen Kommentatoren wie Arye Sharuz Shalicar, Reservesprecher der IDF, der von der Tann bei X als „Gesicht vom neu-deutschen Juden- und Israelhass“ bezeichnet hat. Auf der anderen Seite würdigt die Jury des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises dieselbe Reporterin als „krisenfeste, unerschrockene Korrespondentin», die sich nicht scheue, „auch kritisch über Israels Politik“ zu berichten. Zwischen diesen Polen ist seither ein medialer Schlagabtausch entstanden, der weit über die Person Sophie von der Tann hinausgeht – hinein in die Grundfragen unserer journalistischen Kultur. In diesem Podcast gehe ich der Frage nach, warum ausgerechnet Sophie von der Tann zur Projektionsfläche so gegensätzlicher Urteile geworden ist. Ich analysiere ausgewählte Berichte der Tagesschau (20:00 Uhr) und stelle die Frage, ob bei der Kritik an Frau von der Tann eine Grenze überschritten wurde – oder ob die ARD-Korrespondentin vielleicht wirklich ein Problem mit Einseitigkeit und einer pro-palästinensischen Voreingenommenheit hat.