Trompeten und Panzermotoren: Ein Wendepunkt in Gaza?

 

von Richard Kemp  •  18. Mai 2021

  • Die Hamas ist der IDF nicht gewachsen und könnte durch schiere und vernichtende militärische Schläge schnell und viel billiger besiegt werden, wenn nicht eines wäre – die israelische Notwendigkeit, den Verlust von Zivilistenleben zu minimieren. Die Hamas weiß das.

  • Während langjähriger Konflikte in Gaza hat die Mehrheit der Medien der Welt begeistert über den Tod palästinensischer Zivilisten berichtet, als wären sie das absichtliche Ziel von Israels angeblich gefühlloser und gleichgültiger Kriegführung. Diese offensichtlich falsche Propaganda wurde von Hamas-Anhängern und «nützlichen Idioten» im Westen übernommen. Menschenrechtsgruppen auf der ganzen Welt haben dasselbe getan.

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Die einsame Demokratie

Ja, Israel macht Fehler. Innenpolitisch. Aussenpolitisch. Vermutlich war auch die Behändigung von palästinensischen Wohnungen in Ostjerusalem ein Fehler. Allerdings werden sie von jüdischen Bürgern nicht ohne rechtliche Argumente für sich reklamiert. Der juristische Streit wird jetzt vor einem Gericht ausgetragen.
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Israel hat jedes Recht, sich zu verteidigen

«Es ist ein Schwefelgeruch, der in der Luft liegt, wenn wir uns über Israel erregen, ein Geruch, wie er sonst nie zu riechen ist.»
«Ohne es zu merken, nimmt man Partei mit Verbrechern, bloss weil sie ein Land angreifen, von dem man mehr moralische Integrität erwartet als von jedem anderen Land dieser Welt.»
Kolumne von Markus Somm in der Basler Zeitung:
Israel hat jedes Recht, sich zu verteidigen.
Sobald es um den Judenstaat geht, zeigt sich die westliche Doppelmoral: Demonstranten, Politiker und Medien verurteilen dessen Handlungen, wie sie es bei keinem anderen Land tun.
Meinung Markus Somm
Publiziert: 15.05.2021, 23:00
Vor gut zwei Wochen griffen türkische Streitkräfte im Irak Stellungen der PKK an, einer kurdischen Terrororganisation; dabei setzten sie Kampfflugzeuge und Helikopter ein, es wurden Fallschirmjäger abgesetzt, es regnete Bomben. Die Leute in den Dörfern der Gegend, die nichts mit Terrorismus zu tun hatten, flohen, nur wenige Familien blieben, wie der Bürgermeister Mahmoud Hussein einem kurdisch-irakischen Fernsehsender erzählte: «Wir hatten alle sehr viel Angst. Es war Wochenende, viele sassen zu Hause, in den Dörfern wimmelte es von Menschen.»
Sechs Stunden lang bombardierten die Türken, und es ist dem Zufall zuzuschreiben, dass es nach offiziellen Angaben keine zivilen Opfer gab; stattdessen, so gab die türkische Armee an, wurden Dutzende von kurdischen Kämpfern «neutralisiert», was in der Regel bedeutet, sie sind nun tot. «Die heldenhaften türkischen Truppen», so tweetete das Verteidigungsministerium in Ankara, «haben einen heldenhaften Auftrag ausgeführt», und der türkische Präsident Recep Erdoğan sagte: «Wir werden nicht ruhen, bis diese Mörderbanden ausgerottet sind. Sie verursachen nur Tränen und Zerstörung.»
Hat irgendjemand im Westen davon Notiz genommen? Hat jemand protestiert? Kaum ein Medium berichtete darüber. Wenn dagegen Israel, ein demokratisches, freies Land, von Terroristen mit Hunderten von Raketen beschossen wird und die israelische Armee darauf militärische Ziele im Gazastreifen beschiesst, dann tobt der Westen. Es werden Demonstrationen gegen Israel angekündigt, betroffen blickende Politiker, die Israel doch so schätzen, wie sie beteuern, kritisieren dann trotzdem die Selbstverteidigung Israels als «unverhältnismässig». Und in den Medien, auch in der Schweiz, wehklagen die Journalisten, als wären sie eben gezwungen worden, ihre Laptops im Bunker zu bedienen: Dabei schreiben sie vorwiegend von den Fehlern der Israelis, die den Krieg heraufbeschworen haben sollen, von einer allzu «aggressiven» Polizei (NZZ) oder von «Extremisten auf beiden Seiten» (SRF). Von der Verantwortlichkeit der Angreifer, der Terroristen von der Hamas, hingegen ist kaum die Rede. Vom Iran, dem Sponsor dieser mörderischen Organisation, noch weniger.
Es ist ein Schwefelgeruch, der in der Luft liegt, wenn wir uns über Israel erregen, ein Geruch, wie er sonst nie zu riechen ist.
Ohne es zu merken, nimmt man Partei mit Verbrechern, bloss weil sie ein Land angreifen, von dem man mehr moralische Integrität erwartet als von jedem anderen Land dieser Welt. Manchmal könnte man meinen, es seien die Juden (welche die Mehrheit der israelischen Bevölkerung stellen), die einst schlimmste Verbrechen begangen haben und deshalb seit Jahrzehnten auf Bewährung leben – und dass sie deshalb akzeptieren müssen, dass ihre wohlmeinenden, aber strengen Bewährungshelfer sie ab und zu tadeln. Ist nicht jeder Vorbestrafte froh darum? Wir alle geben uns so viel Mühe, die Juden zu resozialisieren. Dass es umgekehrt war, dass die blasierten Bewährungshelfer im Westen zweitausend Jahre lang die Juden geplagt, verfolgt und dann vernichtet haben: Man käme nicht darauf, wenn man hört und liest, wie sie über Israels angebliche Untaten urteilen.
Woher diese Doppelmoral? Warum, wann immer es im Nahen Osten brennt, stürzen sich so viele Leute im Westen – mithin Christen oder ehemalige, die sich jetzt Atheisten nennen – so besessen auf Israel? Jedes Land hat Fehler, jede Regierung begeht solche, überall gibt es Idioten und Böse, und doch vermag nur Israel uns so zu erzürnen, wenn es nicht tut, wie es soll. Es ist ein Schwefelgeruch, der in der Luft liegt, wenn wir uns über Israel erregen, ein Geruch, wie er sonst nie zu riechen ist, ganz gleich, wie viele Uiguren China umbringt oder wie viele Ukrainer den Russen zum Opfer fallen. Ich spreche das Wort nicht aus. Nur ein Hinweis: Wenn Sie heute einen Antisemiten überführen möchten, dann geschieht es selten, dass er so dumm ist wie ein Neonazi und entsprechend brüllt – den neuen Antisemiten entlarven Sie, wenn Sie mit ihm über Israel reden. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt.
Israel ist ein demokratisches Land mit einer demokratisch gewählten Regierung. Es hat jedes Recht, sich zu verteidigen, wenn Terroristen es attackieren. Dabei scheut das israelische Militär keinen Aufwand, um zu vermeiden, dass Unschuldige sterben. Kein leichtes Unterfangen, zumal die Hamas ihre Raketenstellungen bewusst in Wohnhäuser, Moscheen, ja Schulen verlegt. Daher telefonieren die Israelis zuerst dem Besitzer des Hauses und fordern ihn auf, alle Bewohner zu evakuieren. Sobald diese abgezogen sind, schlagen die Israelis zu. Kein europäisches Land hat im Krieg je so etwas getan.
Markus Somm ist Chefredaktor des «Nebelspalters».

Erdogan will Israel eine „starke und abschreckende Lektion“ erteilen

Mehr als 300 Raketen auf Israel abgefeuert.

JERUSALEM (inn) – Terroristen aus dem Gazastreifen haben von Montagabend bis Dienstagnachmittag mehr als 300 Raketen auf Israel abgefeuert. Die Geschosse zielten dabei erstmals seit dem Gaza-Konflikt 2014 auch auf die israelische Hauptstadt Jerusalem. In Aschkelon wurden am Dienstagmittag zwei Menschen nach einem Raketeneinschlag getötet. Insgesamt erlitten mehr als 40 Personen leichte bis mittelschwere Verletzungen. Insbesondere die Küstenstädte Aschkelon und Aschdod standen unter Beschuss. Menschen mussten in Bunkern Schutz suchen.
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Zwei Israelis bei Raketenangriff aus Gaza getötet.

Bei einem Raketenangriff auf die südisraelische Hafenstadt Aschkelon sind zwei Israelis getötet worden, wie örtliche Medien am Dienstagnachmittag berichteten. Eine weitere Person wurde schwer, fünf weitere leicht verletzt.

Seit Montagabend wurden laut Berichten rund 400 Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert. Mehrere Gebäude in Südisrael wurden getroffen, darunter eine zum Zeitpunkt des Einschlags leere Schule in Aschkelon. Bei einem Raketeneinschlag in ein Wohngebäude in Aschdod wurden elf Menschen verletzt.

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